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Veranstaltung Artenschutz

Amtsblattartikel KW 7 2020

Artenschutz in und um Remseck 

Letzten Mittwoch veranstalteten der Grüne Ortsverband und die Grüne Gemeinderatsfraktion ihre Veranstaltung zum Thema Artenschutz. Der geplante Redner, Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann ist kurz zuvor zum Bevollmächtigten des Landes in Berlin ernannt worden, so dass unser Grüner Landtagsabgeordneter Jürgen Walter eingesprungen ist. Jürgen Walter ist Sprecher des Arbeitskreises Umwelt und war zuvor auch schon agrarpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion. 

Besonders gefreut hat es uns, dass sowohl Vertreterinnen und Vertreter aus dem Naturschutz wie auch aus der Landwirtschaft da waren, um mit uns zu diskutieren. Ausgangspunkt der Debatte war das Volksbegehren „Rettet die Biene“ und das daraus resultierende Eckpunktepapier. Im September 2019 wurde die Unterschriftensammlung für das Volksbegehren „Rettet die Biene“ gestartet. Begleitet wurde dies durch starke Gegenreaktionen des Landesbauernverbandes und wirtschaftlichen Ängsten der Landwirt*innen. Tiefe Gräben zwischen den einzelnen Interessengruppen drohten den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gefährden.

Dabei ist Artenschutz eine Gemeinschaftsaufgabe. 

In der Tat erleben wir gerade ein Artensterben ungeahnten Ausmaßes. Es ist ein schleichendes Sterben und eine massive Abnahme von Insekten, Vögeln und Pflanzen. Dafür gibt es viele Gründe, zentral ist auch derKlimawandel. Vieles haben wir vor Ort nicht in der Hand. Aber einiges schon: nämlich, wie viele Flächen wir mit Straßen, Gewerbe- und Wohngebieten versiegeln. Und auch, wie wir Landwirtschaft betreiben. Beispielsweise wenn es um den Einsatz von Pestiziden geht. Darum dreht sich unter anderem das Eckpunktepapier.

Dieses ist das Ergebnis von Verhandlungen des Landes, der Bauernvertreter*innen und der Naturschützer*innen. Noch vor der Sommerpause soll das Gesetz dann im Landtag verabschiedet werden. Es umfasst unter anderem die mengenmäßige Reduktion chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel um 40-50 Prozent bis 2030. Der Ausbau des Anteils der ökologischen Landwirtschaft soll auf 30-40 Prozent bis zum Jahr 2030 erhöht werden. Weiter sieht es ein Verbot (mit Ausnahmen in Härtefällen) von Pflanzenschutzmitteln in Naturschutzgebieten, sowie  den Ausbau eines landesweiten Biotopverbundsvor. Ebenso soll auf Schottergärten verzichtet und insektenfreundliche kommunale Grünflächen geschaffen werden. Das Land wird mit seinen eigenen Flächen hier als gutes Beispiel vorangehen. 

Im Laufe der Debatte in Haus der Bürger zeigte sich, dass vor allem das ebenso im Eckpunktepapier enthaltene Dialogforum Naturschutz und Landwirtschaft ein wichtiger Baustein ist. Viele der anwesenden Landwirte berichteten von wirtschaftlichen Zwängen und dem Druck, als vergleichsweise kleine Landwirtschaft mit dem Weltmarkt und unter dem Preisdruck und den Auflagen der Supermarktgiganten arbeiten zu müssen. Auf der anderen Seite ist es im Interesse aller, dass wir unsere heimische Tierwelt erhalten. 

Wie viele Amseln und Vögel haben wir noch vor 20 Jahren in unseren Gärten gesehen oder wenn wir auf den Feldern um Remseck unterwegs waren? Und wie wenige sind es heute? 

Klar ist: wir als Verbraucher*innen müssen es honorieren, wenn die Landwirt*innen auf Pestizide verzichten. Auch wenn dann vielleicht nicht jeder Apfel wie gemalt aussieht. Und wir können auch selbst etwas tun, beispielsweise durch den Verzicht von Schottergärten oder den ebenso ökologisch toten Rollrasen. Wir als Grüne sind erleichtert darüber, dass dieses Thema immer mehr Menschen bewegt und dass es einen gesellschaftlichen Konsens darüber gibt, dass wir unsere Umwelt schützen müssen. Wir glauben, das kann nur gemeinsam mit allen gelingen, die bei der Pflege unserer Kulturlandschaft und Natur aktiv sind. 

Diese erste Veranstaltung sehen wir nur als den Anfang. Denn: wir müssen gemeinsam für mehr Artenvielfalt in und um Remseck arbeiten. 

Herzliche Grüße

Swantje Sperling

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